In Österreich muss der Auftraggeber bei der Zahlung in folgenden Fällen einen Steuerabzug machen:

a) Auftraggeberhaftung für Bauleistungen (SV und LSt)

Nach dem österreichischen Recht haftet bei Bauleistungen der Auftraggeber für die österreichischen Sozialversicherungsabgaben und die österreichische Lohnsteuer des Auftragnehmers. Die Haftung beträgt 25 % des vereinbarten Werklohnes. Durch Einbehalt dieses Betrages und die Abfuhr an das Dienstleistungszentrum-Auftraggeberhaftung kann sich der Auftraggeber von der Haftung befreien. Der Auftragnehmer kann sich diesen Abzug wieder rückerstatten lassen, wenn keine Steuer- und SV-Pflicht  in Österreich gegeben ist bzw. keine Abgabenschulden vorliegen.
In der Praxis wird bei Vorlage des Formulars A1 für alle Mitarbeiter oftmals vom österreichischen Auftraggeber kein Einbehalt (oder nur die 5 % für Lohnsteuer) vorgenommen. Diese Haftung gilt sowohl für Werkvertrag als auch für Arbeitskräfteüberlassung.

b) Abzugsteuer bei Arbeitskräfteüberlassung

Im Fall der Arbeitskräfteüberlassung aus dem Ausland nach Österreich MUSS der österreichische Beschäftiger bei Zahlung 20 % Abzugsteuer vom Rechnungsbetrag einbehalten und an sein Betriebsstättenfinanzamt abzuführen. Mit dieser Steuer ist die Lohnsteuer der in Österreich eingesetzten Mitarbeiter pauschal abgegolten.

Wird dem österreichischen Beschäftiger vom ausländischen Unternehmen eine Freistellungsbescheid vorgelegt, braucht dieser die Abzugsteuer nicht einzubehalten. Der Freistellungsbescheid ist vom ausländischen Überlasser beim Finanzamt Bruck Eisenstadt Oberwart mit Formular ZS-RD-BEFBESCH zu beantragen und wird nur erteilt, wenn freiwillig für jeden Mitarbeiter die Lohnsteuer in Österreich bezahlt wird.

Eine Ausnahme besteht nur für die Überlassung von Angestellten (nicht Arbeiter) im Konzern. Hier ist kein Freistellungsbescheid notwendig, es genügt eine Ansässigkeitsbescheinigung auf dem Formular ZS-QU 2 vom ausländischen Konzernunternehmen. Dann kann die 20 %ige Abzugsteuer nur auf den Lohnbestandteil gerechnet werden (Gewinnaufschläge, Gemeinkosten und Lohnnebenkosten sind in diesem Fall von der Bemessungsgrundlage der Abzugsteuer auszuscheiden). Alternativ kann natürlich auch eine freiwillige Lohnverrechnung gemacht werden.

c) Abzugsteuer für technische und wirtschaftliche Beratung, Künstler und Sportler

Führt ein ausländisches Unternehmen in Österreich technische oder wirtschaftliche Beratungsleistungen durch, hat der österreichische Auftraggeber einen 20 %igen Steuereinbehalt durchzuführen. Der Steuereinbehalt hat vom Rechnungsbetrag zu erfolgen. Wird vom ausländischen Unternehmen eine Ansässigkeitsbescheinigung auf dem Formular ZS-QU 1 oder 2 beigebracht, kann der Steuereinbehalt durch das österreichische Unternehmen unterlassen werden.

Das gleiche Prinzip gilt für in Österreich tätige ausländische Künstler und Sportler, wobei hier der Abzug durch Vorlage einer Ansässigkeitsbescheinigung nicht vermieden werden kann.



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